So war es das letzte Mal:

Eckernförder Zeitung:

http://www.shz.de/artikel/article//spontan-und-ohne-drehbuch-theater-aus-dem-stehgreif.html?cHash=afb3401ade&no_cache=1&sword_list[0]=improphil

Spontan und ohne Drehbuch: Theater aus dem Stehgreif

25. Oktober 2011 | Von thb

Spontanes ist Trumpf: Ronny Schneider (v.l.), Birgit Steinborn und Sabine Kerkow. Foto: Böhm

 

Eckernförde. "Schnitt!" Das Kommando von Petra Bittins schuf die bekannten szenische Unterbrechungen des Improvisations-Theaters. Mit diesem darstellerischen Element stoppte die Moderatorin den Spielfluss der drei Akteure auf der Bühne. Mit darauf folgenden wechselnden Stilarten des darstellenden Spiels vergnügten die Improvisationskünstler der Eckernförder Theatergruppe "Improphil" ihre 40 Gäste im Kinosaal des Veranstaltungszentrum "Das Haus". Bei minimalistischer Bühnenausstattung hielten paradoxerweise die ständigen Stopps die inhaltlich weit voneinander abschweifenden Darbietungen zusammen. Die Form des Ausdrucks stand über dem Geschehen, ganz postmodern, das Medium war die Nachricht.

"Schnitt! Dazu fällt mir ein Lied ein", dirigierte Moderatorin Bittins den Ablauf, schuf quasi eine darstellerische Insel, die den Ausdruck der Akteure einen Moment auf einer bestimmten Darstellungsform verweilen ließ. Das schauspielerische Können des Trios war dabei oft zweitrangig. Die Darsteller Birgit Steinborn, Sabine Kerkow und Ronny Schneider nahmen es mit Humor, konnten über sich selbst lachen. Mit einer Arie besangen sie einen - vom Publikum gewünschten - Delfin. Die Stimmen hielten die Tonlage nur so ungefähr, der spontane Text saß verständlicher Weise nicht sicher. Ein Blues-Gesang funktionierte besser: "Was macht sie denn damit?" trällerten die Drei, um die Frage zu beantworten, was eine hypernervös dargestellte Kundin denn mit 200 Rohrzangen anfängt. Der von Wolfgang Schattke am Keybord vorgegebene Rhythmus trug, da fielen dem Trio schnell ein paar Textzeilen ein, die beliebig oft wiederholbar waren. Die Stilelemente erschienen manchmal absichtlich zusammengesetzt, um humoresk zu wirken. Oder sollten sie eine Parodie auf die gesellschaftliche Wirklichkeit darstellen?

Hohe Konzentration und Einfühlungsvermögen in die schauspielernden Kollegen bewiesen die Darsteller bei der ABC-Synchronisation. Birgit Steinborn spielte einen Professor, dem Ronny Schneider die Stimme verlieh. Schneider mimte gleichzeitig einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, dessen Text Sabine Kerkow sprach. Diese wiederum stellte die naive Laborassistentin dar, mit deren piepsigen Aussagen Birgit Steinborn brillierte.

Alles klar in diesem heiteren Verwechslungsspiel? Das muss man gesehen und gehört haben.


Kieler Nachrichten:
http://www.kn-online.de/lokales/rendsburg_eckernfoerde/?em_cnt=154502&em_loc=4

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